Der beste Covered Call ETF? iShares World Equity High Income ETF im Check

Monatliche Ausschüttungen, Optionen, Futures und Vergleich mit JEQP und JGPI. Chancen und Risiken.

9/15/20267 min read

A hand-drawn line graph on paper with a metal ruler and two pens
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Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Wertentwicklungen und Dividendenausschüttungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Bitte prüfe vor einer Investition stets alle relevanten Informationen, insbesondere Gebühren, Kennzahlen sowie die Qualität und Entwicklung von Aktien, Anleihen, ETFs oder anderen Finanzprodukten. Alle bereitgestellten Informationen und Kennzahlen wurden mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengestellt. Dennoch kann keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben übernommen werden.

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WINC ETF im Check:
Monatliche Ausschüttungen, Optionsstrategie, Futures und ein Vergleich mit JEQP und JGPI

Monatliche Ausschüttungen sind für viele Dividendeninvestoren attraktiv. Sie schaffen regelmäßige Cashflows und können die persönliche Finanzplanung erleichtern.

Der iShares World Equity High Income Active UCITS ETF (WINC) geht jedoch über einen klassischen Dividenden-ETF hinaus. Er kombiniert globale Aktien mit einer Optionsstrategie und dem möglichen Einsatz von Futures.

Dieser Artikel analysiert den WINC aus Sicht eines langfristigen Dividendeninvestors. Im Mittelpunkt stehen Ausschüttungen, Portfolio, Risiken sowie der Vergleich mit dem JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income Active UCITS ETF (JEQP) und dem JPMorgan Global Equity Premium Income Active UCITS ETF (JGPI).

Von JEQP zu WINC: Warum ich genauer hingeschaut habe

Ich habe meine Position im JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income ETF (JEQP) verkauft und den Erlös in den WINC ETF umgeschichtet. Eine Entscheidung, die ich nicht leichtfertig getroffen habe – schließlich war JEQP für mich bislang ein wichtiger Bestandteil meines Portfolios.

Auf WINC bin ich zunächst aufmerksam geworden, weil der ETF erst vor kurzem auf monatliche Ausschüttungen umgestellt wurde. Das war für mich der Anlass, genauer hinzuschauen und mir die Strategie, das Portfolio und die bisherigen Ergebnisse näher anzusehen.

Dabei bin ich auf einige interessante Unterschiede gestoßen, die den WINC für mich zu einer spannenden Alternative machen. In diesem Artikel möchte ich deshalb genauer zeigen, was hinter WINC steckt, wie die Kombination aus Aktien, Optionen und Futures funktioniert und warum ich mich letztlich für die Umschichtung entschieden habe.

Eine pauschale Bewertung, ob WINC die bessere Wahl für ein Income-Portfolio ist, möchte ich dabei gar nicht vornehmen. Stattdessen möchte ich die ETFs miteinander vergleichen, meine persönlichen Beweggründe für den Wechsel erläutern und die Chancen und Risiken der jeweiligen Strategie aufzeigen. So kann sich jeder Leser selbst ein Bild davon machen, ob der Ansatz des WINC zum eigenen Anlageziel und zur persönlichen Anlagestrategie passt.

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Die wichtigsten Kennzahlen

Der WINC ist ein aktiv verwalteter Aktien-ETF mit globalem Anlagefokus. Die aktuelle Fondsdatenabfrage weist rund 485 Positionen aus (per 15.09.2026).

Der WINC investiert überwiegend in Aktien aus Nordamerika, Europa und Asien. Der Fonds ist damit globaler ausgerichtet als ein reiner Nasdaq-ETF, bleibt aber teilweise von großen US-Unternehmen abhängig.

  • Index: iShares World Equity High Income Active

  • Auflagedatum: 22.03.2024

  • Fondsvolumen: ~650 Mio. € (Stand 15.09.2026)

  • Gesamtkostenquote (TER): 0,35% p.a.

  • Replikationsmethode: Physisch (Vollständige Replikation)

  • Fondswährung: USD

  • Ertragsart: Ausschüttend

  • Ausschüttungsintervall: Monatlich (vorher quartalsweise)

Quelle: Aktienfinder.net

Quelle: ishares.com

Wie viel zahlt der WINC ?

Eine feste Dividende gibt es beim WINC nicht. Die monatliche Ausschüttung kann von Monat zu Monat variieren, da sie unter anderem von den erzielten Fondserträgen und den jeweiligen Marktbedingungen abhängt. Aktuell liegt die Ausschüttungsrendite des WINC bei über 10 % p.a. – ein auf den ersten Blick durchaus beachtlicher Wert, den man allerdings im Kontext der gesamten ETF-Strategie betrachten sollte.

Für mich sind die monatlichen Ausschüttungen trotzdem ein wichtiger Aspekt, da sie für einen regelmäßigen Cashflow sorgen. Gleichzeitig möchte ich die Höhe einer einzelnen Monatszahlung nicht isoliert betrachten. Viel aussagekräftiger ist für mich der Blick auf das Gesamtbild:

  • Ausschüttungssumme über zwölf Monate

  • Entwicklung des ETF-Kurses

  • Gesamtrendite inklusive Ausschüttungen

  • Stabilität und Zusammensetzung der Ertragsquellen


Denn eine hohe Ausschüttungsrendite allein macht noch keinen guten Income-ETF. Ausschüttungen sind kein garantierter Ertrag und sagen für sich genommen nichts über die langfristige Wertentwicklung des Investments aus. Gerade bei einem ETF wie WINC lohnt sich deshalb ein genauerer Blick darauf, woher die Ausschüttungen eigentlich kommen und wie die Strategie dahinter funktioniert.

Dividenden, Optionen und Futures

Der WINC ETF verfolgt einen etwas ungewöhnlicheren Ansatz: Der ETF kombiniert Aktien, den Verkauf von Optionen und den Einsatz von Futures, um laufende Erträge zu erzielen und gleichzeitig an der Entwicklung der Aktienmärkte teilzunehmen.

Optionen: laufende Prämien gegen begrenztes Aufwärtspotenzial
Beim Verkauf einer Call-Option erhält der Fonds eine Optionsprämie. Im Gegenzug verpflichtet er sich, einen bestimmten Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen, wenn der Käufer seine Option ausübt.

Für WINC bedeutet das vereinfacht: Die vereinnahmten Optionsprämien können zusätzliche Erträge generieren. Der Nachteil: Steigt der zugrunde liegende Aktienmarkt sehr stark, ist ein Teil des Aufwärtspotenzials durch die verkauften Calls begrenzt.

Futures: zusätzliche Marktteilnahme
Futures sind standardisierte Terminkontrakte, mit denen sich ein bestimmter Basiswert zu einem festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt kaufen oder verkaufen lässt. Im Gegensatz zum direkten Aktienkauf kann ein Fonds damit relativ effizient eine zusätzliche Marktposition aufbauen.

Beim WINC können Futures deshalb dazu beitragen, einen Teil der durch den Optionsverkauf entstehenden Begrenzung des Aufwärtspotenzials auszugleichen und die Aktienmarkt-Exponierung flexibler zu steuern.

Vereinfacht gesagt:
Dividenden und Optionsprämien sollen laufende Erträge liefern, während Futures zusätzliche Marktteilnahme ermöglichen können.

Das macht die Strategie interessant – bedeutet aber nicht automatisch, dass WINC langfristig stärker steigt als ein klassischer Aktien-ETF.

WINC vs. JEQP vs. JGPI

JGPI ist der passendere JPMorgan-Vergleich, weil auch dieser ETF global investiert. Die aktuelle Fondsdatenabfrage weist bei JGPI rund 240 Positionen aus.
Der zentrale Unterschied liegt in der Konstruktion und im Anbieter. Beide ETFs verbinden globale Aktien mit laufenden Erträgen. WINC kann durch seine Futures-Komponente jedoch eine andere Balance zwischen Ausschüttung und Marktteilnahme erreichen.

Die genaue Options- und Futures-Umsetzung sollte vor einer Investition anhand des aktuellen Factsheets geprüft werden.

Quelle: Finanzfluss.de

Interessant finde ich dabei, dass der WINC im Vergleich die beste Performance bei gleichzeitig geringster Volatilität erzielt. Diese Kombination aus Rendite und vergleichsweise geringer Schwankungsbreite macht den ETF für mich besonders spannend.

Volatilität:
WINC: 7,5%
JEQP: 11,3%
JGPI: 9,1%

Mögliche Nachteile und Risiken

Eine hohe Ausschüttung bedeutet beim WINC-ETF nicht automatisch eine hohe Gesamtrendite. Die Optionsstrategie kann laufende Prämien generieren, zugleich aber das Aufwärtspotenzial in stark steigenden Märkten begrenzen. Zudem sind die Ausschüttungen variabel und können schwanken. Das aktive Management macht die Strategie flexibler, aber auch komplexer und kostenintensiver als bei einem klassischen passiven ETF. Die vergleichsweise kurze Fondshistorie erschwert eine belastbare Beurteilung über verschiedene Marktphasen hinweg. Hinzu kommen die allgemeinen Aktienmarktrisiken sowie mögliche Währungsschwankungen. Der WINC eignet sich daher nicht für jeden Anleger, insbesondere nicht für Investoren, die maximale Kursgewinne, stabile Ausschüttungen oder eine besonders einfache und vollständig transparente ETF-Strategie suchen.

Für wen eignet sich der WINC - und für wen nicht?

Der WINC ETF kann für langfristig orientierte Anleger interessant sein, die Wert auf globale Diversifikation, regelmäßige Ausschüttungen und laufende Erträge legen. Durch die Kombination aus Aktien, Optionen und Futures verfolgt der ETF dabei einen etwas komplexeren Ansatz als klassische Dividenden-ETFs.
Besonders interessant kann WINC für Anleger sein, die ihren Income-Anteil breiter über verschiedene Regionen und Branchen streuen und gleichzeitig nicht ausschließlich auf US-Technologiewerte setzen möchten. Wer bereit ist, sich mit der Funktionsweise von Options- und Futures-Strategien auseinanderzusetzen, findet hier einen spannenden Ansatz.

Weniger geeignet ist WINC hingegen für Anleger, die in erster Linie von maximalen Kursgewinnen in starken Bullenmärkten profitieren möchten oder eine möglichst einfache, passive ETF-Strategie bevorzugen. Auch die monatlichen Ausschüttungen sind nicht garantiert und können schwanken. Zudem kann der Einsatz von Optionen das Aufwärtspotenzial begrenzen, während die Futures die Strategie zusätzlich komplexer machen.

Für mich ist WINC deshalb vor allem ein interessanter Income-Baustein – aber kein Ersatz für eine breit diversifizierte Gesamtstrategie.

Meine Umschichtung und Fazit

Die monatlichen Ausschüttungen waren für mich nicht der ausschlaggebende Grund, den WINC ETF zu kaufen. Auch der zuvor gehaltene JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income ETF (JEQP) schüttete monatlich aus. Der Zahlungsrhythmus allein stellte daher keinen echten Vorteil des WINC dar.

Interessant wurde der WINC für mich erst durch die Kombination aus monatlicher Ausschüttung, globaler Streuung und einer breiteren Diversifikation. Während JEQP stärker auf US-Aktien und das Nasdaq-Umfeld ausgerichtet ist, bietet WINC einen internationaleren Ansatz. Damit wollte ich die Abhängigkeit von einzelnen Regionen und insbesondere von großen US-Technologiewerten reduzieren.

Zusätzlich überzeugt mich die besondere Strategie des WINC. Der ETF verbindet den Verkauf von Optionen zur Erzielung laufender Prämien mit dem möglichen Einsatz von Futures. Diese Kombination könnte helfen, die Begrenzung des Aufwärtspotenzials durch die Optionsstrategie teilweise auszugleichen. Dadurch entsteht aus meiner Sicht ein interessanter Kompromiss zwischen laufendem Einkommen, globaler Aktienbeteiligung und möglicher Kursentwicklung.

Meine Umschichtung war somit keine Entscheidung gegen JEQP und auch kein Versuch, kurzfristig eine höhere Ausschüttung zu erzielen. Vielmehr wollte ich mein Portfolio langfristig breiter aufstellen und eine Strategie nutzen, die aus meiner Sicht ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Ertrag, Diversifikation und Wachstumspotenzial bieten kann. Eine bessere Wertentwicklung bei geringerer Volatilität ist dabei keineswegs garantiert, sondern bleibt vom Marktumfeld und der Umsetzung der Fondsstrategie abhängig.

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